Auf jeden Fall vorbereitet – AELF wirbt für Ernährungsvorsorge

Egal ob bei Blitzeis, starker Schneefall, Hochwasser oder einfach nur ein langer Arbeitstag – ein gut gefüllter Vorratsschrank gehört in jeden Haushalt und hilft bei den kleineren und auch den etwas größeren Krisen, finden Helmut Melchner, Behördenleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf und Annette Dodel, Schulleiterin der Hauswirtschaftsschulen in Regensburg und Nabburg.

Darum möchten sie das Speisekammer-Know-how unserer Vorfahren wieder in Erinnerung rufen.

Wissen um Vorratshaltung wiederentdecken

Während die Oma noch für die ganze Woche einkaufte, Marmelade einkochte, Gemüse fermentierte oder zumindest immer einen reichen Vorrat an Gemüse- und Obstkonserven in der Vorratskammer stehen hatte, haben sich heute viele Menschen daran gewöhnt, dass im Supermarkt auch noch um 19:55 Uhr alle Regale gefüllt sind und es jederzeit die gewünschten Produkte zu kaufen gibt. Etwas plakativ formuliert, doch Fakt ist: „Das Wissen, wie wir Lebensmittel länger haltbar machen und gut einlagern können, ist in den letzten Jahren bei vielen verlorengegangen“, sagt Helmut Melchner, Behördenleiter des AELF. Dies zeigte auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest-dimap für die ARD: Knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung haben keine haltbaren Lebensmittel für 10 Tage im Haus.

„Wir wollen die Vorratshaltung wieder in Erinnerung rufen. Wer clever ist, sorgt also vor. Mindestens für drei, am besten aber gleich für zehn Tage“
Helmut Melchner, Behördenleiter des AELF.

Denn wer den Vorrat gut plant, gewinnt doppelt: Vorratshaltung hilft nicht nur „für den Fall der Fälle“, sie spart auch Zeit und oft sogar Geld im Alltag. Außerdem macht sie unabhängiger von Ladenöffnungszeiten.

Eine Vorratskiste pro Person

Doch was gehört alles in die Vorratskammer? Und wie viel? Vorratshaltung will gelernt sein, bemerkte Rita Fischer vom Sachgebiet Hauswirtschaft am AELF. Sie hat nach der Vorratstabelle unter vorratshaltung.bayern.de den Inhalt einer Vorratskiste eingekauft, der für einen Erwachsenen für etwa drei Tage reicht. Wichtig sei hier die Vorratspflege, sagt Rita Fischer: „Richtige Lagerung und regelmäßige Kontrollen der Vorräte vermindern deren Verderb.“ Da müsse man sich schon Gedanken machen und regelmäßig das Haltbarkeitsdatum im Blick haben.

„Grundsätzlich sollten es möglichst lange haltbare Lebensmittel sein, also Konserven beispielsweise. Die Vorräte sollten aber auch für eine ausgewogene Ernährung sorgen. Und sie müssen für Allergiker verträglich sein und der Familie wirklich schmecken. Auch die richtige Lagerung ist wichtig.“
Annette Dodel, Leiterin der Hauswirtschaftsschulen in Regensburg und Nabburg

Zwieback, Knäckebrot, Haferflocken, haltbare Milch, Nüsse, getrocknete Früchte oder Konserven – die gehören neben reichlich Wasser in Flaschen zu den Lebensmitteln (2 Liter/Person und Tag), die jede und jeder zuhause bevorraten sollte für alle Fälle. Wer möchte, könne dies auch zum Anlass nehmen, das Fermentieren von Lebensmitteln auszuprobieren. „Das ist aktuell ein großer Hype, aber nicht unbegründet. Schließlich ist das eine der ältesten Kulturtechniken überhaupt, um Lebensmittel haltbar zu machen“, so Dodel. Es brauche nur Salz und etwas Übung.

Wo bekomme ich die wichtigen Informationen?

Bildung
Landwirtschaftsschule Regensburg, Abteilung Hauswirtschaft

Junge Frau trägt Tasche mit Aufschrift "Hauswirtschaft" unterm Arm

© Fotodesign Katzer

Ein wirklich fundiertes fachliches Know-how vom Einwecken über das Fermentieren und abwechslungsreiche Ernährung bis hin zur Vorratshaltung liefert die Hauswirtschaftsschule Regensburg. Ein neuer Studiengang in Teilzeit startet dort wieder am 2. März. Interessenten können sich noch bei der Semesterleiterin Juliane Sichelstiel unter Telefon 0941 2083-1130 melden.   Mehr

Informationen zur Ernährungsvorsorge unter vorratshaltung.bayern.de

Grafik mit Schriftzug "Clevere Kiste. Mein Vorrat reicht für alle Fälle"

Detaillierte Informationen kann man auf einem Info-Flyer finden, der bayernweit von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verteilt wird, der aber auch im Internet unter vorratshaltung.bayern.de heruntergeladen werden kann. Hier gibt es auch eine detaillierte Einkaufsliste sowie viele weitere wichtige Infos rund um das Thema Ernährungsvorsorge. 

Info-Flyer „Clevere Kiste“ - Broschürenportal Externer Link

Für den Notfall vorgesorgt – vorratshaltung.bayern.de Externer Link