Zehn Jahre Versuchsergebnisse zeigen:
Zwischenfrüchte schützen das Grundwasser

Grub bei Regenstauf. Wie wirksam Zwischenfrüchte zum Schutz des Grundwassers beitragen, zeigte eine Informationsveranstaltung im Juni 2026 für Landwirte in Grub bei Regenstauf. Eingeladen hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf, der Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura sowie der Markt Regenstauf.

Im Mittelpunkt stand eine Auswertung der langjährigen Erfahrungen aus dem Schauversuch, der die Bedeutung des Zwischenfruchtanbaus für den Gewässerschutz eindrucksvoll belegt.

Alles unternehmen, um Wasser zu schützen

„Wasser ist kostbar. Unsere Wasservorräte sind begrenzt, und der Klimawandel setzt den Wasserreserven zunehmend zu. Ich bin dankbar, dass Sie als Landwirte alles tun, um unsere Wasserressourcen zu schützen. Wir müssen dranbleiben“, betonte Annette Dodel, Bereichsleiterin Landwirtschaft am AELF zur Begrüßung.
Auf dem Versuchsfeld stellte Gewässerschutzberater Ludwig Pernpeintner die aktuellen Ergebnisse des Zwischenfruchtversuchs vor. Die niedrigen Temperaturen Anfang Oktober hatten die Zwischenfruchtarten Ramtilkraut und Sudangras deutlich geschädigt. Anders als im Jahr 2022 wirkte sich dies jedoch nicht auf die gemessenen Herbst-Nmin-Werte aus. Im Anschluss führten Landwirt Otto Obermeier und Martin Prey vom Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura mit der Bodenfräse ein Gerät vor, mit dem im Frühjahr die Zwischenfrucht gut bearbeitet werden kann, das aber noch nicht so weit verbreitet ist.

Maschinenvorführung der Bodenfräse

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Einsatz einer Bodenfräse

Erkenntnisse aus zehn Jahren Versuchsarbeit im Zwischenfruchtanbau

Vom Feld ging es dann in den Landgasthof Prößl in Hainsacker, wo Pernpeintner eine Bilanz aus zehn Jahren Versuchsarbeit zog. Dabei zeigte sich, dass unterschiedliche Zwischenfruchtmischungen zwar verschiedene Eigenschaften besitzen, aber alle einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz leisten. Entscheidend für die Auswahl sei, welche Kulturen in der Fruchtfolge stehen, damit Krankheiten und Schädlinge nicht gefördert werden.
ZwischenfruchtmischungAnzahl der JahreMittelwert des Nmin-Werts im Herbst
MS 100 AS Mulchsaat Aqua Safe für Wasserschutzgebiete412,25
Planterra ZWH 4026 Vitalis Aqua Safe515,60
Viterra Raps616,00
Terra Life Aqua Pro1017,80
Terra Life N-fix 50318,67
Geovital MS 100 R418,75
Humus Pro Artenreiche Variante519,20
FIT4NEXT Vielfalt820,63
Freudenberger TG Terra Gold Bienenschmaus821,50
Humus Pro Gesundvariante Phacelia322,00
Viterra Universal N-Plus425,50
Planterra ZWH 4022326,67

Im Zeitraum 2016-2025 wurden 80 Zwischenfruchtschauflächen beprobt.
Ergebnis: Ø 19 kg N/ha im Herbst

Keine Einheitslösung, aber alle Mischungen erfüllen ihren Zweck

Die Versuchsergebnisse belegen die hohe Wirksamkeit des Zwischenfruchtanbaus. Auf insgesamt 80 Versuchsparzellen wurden im Herbst Bodenproben zur Bestimmung des mineralischen Stickstoffs (Nmin) gezogen. Der durchschnittliche Wert lag bei lediglich 19 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Im Gewässerschutz gelten Werte unter 30 Kilogramm als Zielgröße. Die gemessenen 19 Kilogramm bestätigen damit eindrucksvoll den Erfolg der Maßnahmen. „Alle Mischungen entziehen dem Boden erhebliche Mengen Stickstoff und schützen ihn so vor der Auswaschung ins Grundwasser“, erläuterte Pernpeintner. Der Anbau von Zwischenfrüchten sei deshalb aktiver Grundwasserschutz.

Die passende Zwischenfruchtmischung auswählen

Annette Dodel übergibt Otto Obermeier das Blaue Heft.

Annette Dodel übergibt Otto Obermeier das „Blaue Heft“ als Dank für die langjährige Zusammenarbeit.

Neben den Nmin-Werten stellte Pernpeintner auch die Humuswirkungen der verschiedenen Mischungen vor. Viele Varianten erreichten dabei Werte, die mit Kleegras vergleichbar sind. Zudem wurden die Eigenschaften der einzelnen Pflanzenarten bewertet. Die Erkenntnis aus zehn Jahren Versuchstätigkeit lautet: Es gibt nicht die eine ideale Mischung für alle Betriebe. Vielmehr kann jeder Landwirt die für seine betrieblichen Voraussetzungen passende Variante auswählen und damit einen wirksamen Beitrag zum Schutz von Boden und Wasser leisten. Martin Prey vom Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura referierte außerdem zum Thema „Mechanische Einarbeitung der Zwischenfrucht im Frühjahr, wobei er neben der Fräse auch auf einige andere Möglichkeiten einging.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Zwischenfruchtanbau nicht nur die Bodenfruchtbarkeit fördert, sondern auch ein wichtiger Baustein für den Schutz der regionalen Trinkwasservorkommen ist. Die Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre zeigen, dass sich dieses Engagement der Landwirtschaft für das Grundwasser nachhaltig auszahlt.

Leitfaden für Grund- und Oberflächengewässerschutz, Blaues Heft
Wasser ist die Grundlage allen Lebens und bedarf unseres besonderen Schutzes. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass nach wie vor Defizite bei der Gewässerqualität bestehen. Das Blaue Heft gibt Landwirten, Beratern und Behörden eine Hilfestellung bei der Auswahl von geeigneten Maßnahmen zum Schutz der Gewässer. Die Handlungsfelder betreffen den Boden, die Düngung und den Pflanzenschutz. Checklisten erleichtern die Suche nach betriebs­spezifischen Lösungs­ansätzen.